33. Spieltag: Alemannia Aachen – SC Verl

„Könnt ihr bitte aufhören, eure Fahnen zu schwenken! Das machen die anderen auf der Tribüne ja schließlich auch nicht.“ Genau vor einem Jahr, am 17.05.2014, kam ein Ordner auf dem Tivoli bei unserem ersten Spiel als  offizielle Gruppe mit diesen Worten auf uns zu, nachdem wir zuvor ca. 10 Minuten lang so dreist waren, unsere beiden Fahnen tatsächlich auch einzusetzen. Damals, vor einem Jahr, hatten sich alle so sehr daran gewöhnt, dass die Tribüne optisch tot war, dass unsere Fahnen regelrecht als Fremdkörper wahrgenommen wurden. Ein Jahr später sind von uns mehrere große und kleine Fahnen, zahlreiche Doppelhalter und Schals in einem Stimmungsblock, den wir zusammen mit der Karlsbande gegründet haben, über die gesamten 90 Minuten durchgängig im Einsatz. Und daran haben sich im Laufe der Saison immer mehr Gruppen ein Beispiel genommen, sodass wenigstens der untere Teil der Tribüne nunmehr alles andere als tot ist. Die Stimmung konnte da zwar nicht ganz so schnell nachziehen, wer jedoch die Tiefpunkte letzte Saison gegen Siegen und Gladbach II miterlebt hat, der muss zugeben, dass die Aachener Fanszene mittlerweile auf einem ganz anderen Niveau arbeitet. So sind wir schon stolz auf das, was wir erreicht haben, zufrieden sind wir aber noch lange nicht……

Wir begannen unseren ersten Gruppengeburtstag mit einem gemeinsamen Frühstück, bei dem wir das vergangene Jahr und das gemeinsam Geschaffte in Form von Bildern im Schnellverfahren an uns vorbei ziehen ließen. Gestärkt und gut gelaunt ging es dann ins letzte Heimspiel dieser Saison, bei dem aus sportlicher Sicht leider nicht mehr viel drin war.

Vor dem Spiel hingen wir den Spruch „Materialverbote lösen keine Probleme“ an den Zaun, mit dem wir gegen die mittlerweile zahlreichen und unnötigen Materialverbote protestierten, mit denen die Aachener Fanszene zu kämpfen hat. Nachdem der Geschäftsführer von Alemannia Aachen Alexander Mronz letztes Jahr das Bannerverbot gegen die Karlsbande aufhob, meldeten sich unmittelbar danach alle Experten für Fankultur, namentlich Medien und Polizei, zu Wort und legten äußerst glaubwürdig dar, warum die Zaunfahne der KBU im Tivoli zwangsläufig zu Mord und Totschlag führen muss. Anschließend stellte der Verein seine Loyalität zur eigenen Fanszene zur Schau und kippte die fanfreundliche Maßnahme des eigenen Geschäftsführers auf Anraten eines äußerst seriösen Polizeipräsidenten wieder und erklärte das Verbieten von Fahnenmaterial am Tivoli regelrecht zu einem Volkssport. Denn weil ein weiterer, noch viel größerer Experte für Fankultur in einem hellen Moment merkte, dass Fahnen, die im Zusammenhang mit Stadionverboten stehen, begangene Gewalttaten verherrlichen und zu weiteren aufrufen, wurden diese gleich mit verboten. Dass Alexander Mronz nunmehr kein Geschäftsführer von Alemannia Aachen mehr sein darf, ist in diesem Kontext mehr als bezeichnend. Und weil sich in dieser Sache bisher wenig bis gar nichts tut, das Thema SV-Fahnen laut Aussage des Vereins lediglich Thema im Aufsichtsrat ist, wollten wir in Form des besagten Spruchbands vor der Sommerpause dafür sorgen, dass das Ganze auch nicht in Vergessenheit gerät. Eine ausführlichere Stellungnahme unsererseits zu diesem Thema gibt es hier.

Die Stimmung war, wie bereits eingangs erwähnt, sicherlich noch verbesserungswürdig. So war wieder mal lediglich in unserem Bereich über 90 Minuten lang Alarm angesagt, der Rest der Tribüne gönnte sich während des Spiels einige Schaffungspausen.  Positiv ist allerdings, dass bei den meisten Liedern, die im Stimmungsblock angestimmt wurden, die ganze Tribüne mit einstimmte. Das gegeneinander ansingen der Tribünenhälften scheint also halbwegs überwunden. Lediglich in den letzten Minuten wurden wir des Öfteren noch übersungen, allerdings beteiligten sich zu diesem Zeitpunkt auch nur noch ca. 40 Leute im Stimmungsblock an der Stimmung, sodass dies auch nicht verwunderlich ist. Da wir aber keine Lust hatten, Lieder, die wir schon zehnmal während des Spiels gesungen hatten, für 10 Sekunden zu singen, haben wir ein gut laufendes melodisches Lied einfach bis zum Ende durchgezogen. War zwar nicht optimal, hat aber Spaß gemacht.

Unsere Mannschaft zeigte wieder mal eine sehr engagierte Leistung und besiegte den Gegner aus Verl absolut verdient mit 2:0. Leider hat auch Gladbachs Zweite gewonnen und nimmt damit endgültig an der Relegation teil. Dennoch können wir insgesamt sehr zufrieden sein mit dieser Saison, die wir wesentlich positiver abschneiden werden als eigentlich gedacht. Jetzt gilt es nur darauf aufzubauen. Bevor es allerdings in die Sommerpause geht, gilt es gegen Siegen nächste Woche diese Saison als Vizemeister zu beenden.

Nach dem Spiel gab es dann noch ein von der Karlsbande initiiertes Saisonabschlussgrillen bei bestem Wetter. Alles in allem also ein sehr gelungener erster Gruppengeburtstag.

Abschließend möchten wir uns noch bei allen bedanken, die uns auf unserem bisherigen Weg unterstützt und begleitet haben. Vor allem möchten wir uns bei unseren Freunden von der Karlsbande bedanken, die uns trotz einiger Meinungsverschiedenheiten vieles erleichtert und so manches ermöglicht haben. Auf eine gemeinsame und glorreiche Zukunft!

 

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