Boykott des Pokalspiels gegen den SV Schlebusch

Seit es unsere Gruppe gibt, ist es für uns selbstverständlich, die Alemannia immer und überall zu unterstützen. Egal ob in einem Dorf oder einer Stadt, egal ob im Stadion oder auf einem Sportplatz, egal ob in der Liga oder im FVM-Pokal. Auch wenn Spiele auf Sportplätzen gegen Thekenmannschaften für uns eine Grenzerfahrung sind, ist der bedingungslose Support der Mannschaft die Hauptsache.

Beim Pokalspiel gegen Schlebusch sind die Voraussetzungen für einen normalen Besuch jedoch nicht gegeben. Das heißt für uns im Klartext: Wir werden das Pokalspiel in Schlebusch boykottieren!

Diese Entscheidung mag für den ein oder anderen sehr plötzlich kommen und wir haben uns diese Entscheidung auch alles andere als leicht gemacht. Außerdem ist der Boykott natürlich nicht als Kritik an der Mannschaft zu werten, welche in letzter Zeit eine super Leistung abliefert. Um unsere Sichtweise verständlich darzulegen, werden wir im Folgenden die Gründe für die kurzfristige Entscheidung, dem Spiel fernzubleiben, erläutern.

In den letzten Monaten wurde das Verhältnis von den Vereinsvertretern zu den Fans auf diversen Wegen getrübt. Angefangen hat dies mit den unnötigen und überzogenen Sanktionen des Vereins, so wie deren Art der Bekanntgabe. Auch mit den ständigen Verlegungen von Heim- und Auswärtsspielen unter die Woche, hat sich die Vereinsvertretung nicht unbedingt beliebter gemacht. Immerhin mussten wir bisher ganze neun Mal unter der Woche spielen, was den ein oder anderen Anhänger schon vor unnötige Probleme und stressige Situationen gestellt hat. Durch die Art und Weise der Preisgestaltung des Pokalspiels in Schlebusch wurde nun aber das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht.
Zunächst sind 8€ für ein Spiel gegen einen Landesligisten auf einem Sportplatz schon echt viel. Aber in Anbetracht der ungewohnten Kosten für den Verein und, dass das Geld auch zum Teil an die Alemannia fließt, immerhin nachvollziehbar. Anderes waren wir ja von den bisherigen Pokalspielen auch nicht gewöhnt. Jedoch wird bei der Preisgestaltung ohne triftigen Grund auf die eigentlich obligatorische Ermäßigung für Schüler, Studenten und Azubis sowie Arbeitslose verzichtet. Der soziale Auftrag, mit dem unsere Alemannia wirbt und welcher mehr als deutlich im Leitbild des Vereins festgehalten wurde, wird somit mit Füßen getreten. Im direkten Vergleich betrug der ermäßigte Preis bei den vergangenen Pokalspielen in der Regel 4€. So müssen Schüler, Studenten etc. also einen 100% Preisaufschlag hinnehmen, damit sie das Spiel sehen können.

Um diesen Umstand zu verhindern, haben wir uns an unsere Vereinsführung gewendet, um sie zu bitten, auf die Preisgestaltung in Bezug auf Ermäßigungen Einfluss zu nehmen. Die Antwort seitens des Vereins, fiel mit dem Verweis auf den freien Eintritt für Kinder bis 12 Jahre, ernüchternd aus. Weiterführend wurde dies garniert mit dem Kommentar: „Alles geht halt auch nicht.“ – Danke für nichts.
Das war für uns der Punkt, an dem für uns der Bogen endgültig überspannt wurde. Seit Monaten wird uns von der Vereinsführung ein Stein nach dem anderen in den Weg gelegt. Unser Einsatz für finanziell schwächere Fans und damit auch unser Einsatz für das Leitbild des Vereins wird belächelt und uns wird nicht mal ein Mindestmaß an Verständnis entgegengebracht.

Da die Vereinsführung bisher stets nach dem Motto gehandelt hat: “Egal was wir machen, die Ultras fahren ja sowieso”, halten wir es für nötig nun diesen drastischen Schritt zu gehen. Wir pochen auf eine Alemannia, die ihre Anhänger respektiert und sie nicht nur versucht klein zu halten und zu unterdrücken. Die Fans waren und sind der Motor des Vereins und kein nerviges und selbstverständliches Anhängsel. Außerdem wollen wir auch in Zukunft Pokalspiele, die sich jeder Alemanne leisten kann, weshalb es gilt, frühzeitig die Reißleine zu ziehen, ehe die Praxis der fehlenden Ermäßigung Schule macht. Aber vor allem wollen wir eine Vereinsführung, die ihre Fans und ihre Hingabe für den Verein nicht als selbstverständlich ansieht. Die momentanen Entwicklungen, die Erfahrungen aus vergangenen Zeiten und unsere Bemühungen für die Zukunft lassen für uns als Gruppe keine Wahl außer dem radikalen Schritt des Boykotts!

Yellow Connection im November 2018

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