Rückkehr zur gewohnten Normalität

Mit dem Wegfall jeglicher Zugangsbeschränkungen in Deutschland ist am 02. April die Rückkehr zur Normalität endlich vollzogen worden. Nach zwei Jahren Beschränkungen in einem Ausmaß, das selbst die größten Pessimisten noch in ferner Zukunft wähnten. Beschränkungen, die ohne Widerstand Einzug in deutsche Stadien erhielten, weil sie zum damaligen Zeitpunkt aus nachvollziehbaren Gründen erfolgten. Aber auch Beschränkungen aus nachvollziehbaren Gründen sind letztlich Beschränkungen, die uns die Freude an unserem Lebenssinn nehmen. Und vor allem sind es Beschränkungen, die jeden Tag auf den Prüfstand gestellt und frühestmöglich abgeschafft gehörten. 

In den letzten beiden Stellungnahmen unserer Gruppe haben wir den Wegfall der Beschränkungen zurück zur fußballerischen Normalität gefordert. Dies beinhaltet für uns vor allem der Wegfall von Zugangsbeschränkungen sowie Personalisierung jeglicher Art und Wiederherstellung von präpandemischen Bedingungen. Jedem Menschen soll ein freies Stadionerlebnis ermöglicht werden können. Hierfür setzen wir uns mit all unseren Möglichkeiten auf allen sinnvollen Ebenen ein. Fußball für alle und ohne Einschränkungen!

Mit dem Wegfall zahlreicher Maßnahmen am 20. März wurde zugleich eine Rückkehr zur Normalität propagiert. Doch wie kann man von Normalität reden, wenn das Stadion nur unter Vorzeigen eines Gesundheitszeugnisses betreten werden darf? Wenn man sich vor irgendwelchen Ordnern ausweisen muss? Zustände, die für viele von uns eine rote Linie darstellten, sollen wir auf einmal als Normalität akzeptieren?

Der Fußball dreht sich immer schneller in die falsche Richtung. Als Traditionsverein in der Regionalliga sind wir einer der größten Leittragenden dieser Entwicklung. Kunstprodukte wie Leipzig und Hoffenheim lassen neben den vielen eigenen Fehlern unsere Rückkehr in obere Gefilde immer unwahrscheinlicher werden. Wie viele negative Entwicklungen sind wir bereit zu ertragen, bis uns unsere Leidenschaft und unser Lebenssinn gänzlich genommen werden?

Für uns bedeuten Zugangsbeschränkungen keine Rückkehr zur Normalität, sondern nur das Aufdrängen weiterer Unzumutbarkeiten. Wir waren nicht gewillt, durch unseren Stadionbesuch einen Beitrag zur Legitimation von Zugangsbeschränkungen und Personalienkontrollen zu leisten. Wenn wir beginnen, solche Zustände zu akzeptieren, dürfen wir uns nicht beschweren, wenn sie ein Teil unseres Stadionerlebnisses bleiben. Und jede Hürde die fällt, entfernt uns weiter von der Fußball- und Fankultur, die wir um jeden Preis bewahren sollten. Damit das zukünftige Stadionerlebnis auch immer noch ein Erlebnis sein wird.

Einen derart zermürbenden Kampf zu führen, während unsere Alemannia mal wieder sportlich mit dem Rücken zur Wand steht, machte unsere Zeit vor den Stadiontoren noch unerträglicher. Wir heilten unser blutendes Alemannia-Herz zumindest teilweise, indem wir die freigewordenen Ressourcen für unseren Verein auf anderen Ebenen einsetzten. So unterstützten wir die Alemannia beispielsweise mittels Soli-Shirt-Aktion, der Ausarbeitung der 120 Jahre Kampagne, unserer Unterstützungsarbeit des Fanshops oder der Planung und Durchführung der Hilfsaktion für die Ukraine. Wir nutzten die Zeit für noch intensivere Gespräche mit der Mannschaft, die diese Rückendeckung angesichts der vielen Rückschläge dringend benötigte.

Doch jetzt sind wir einfach nur froh, dass wir unsere Position durchbringen und ab dem 06. April zur gewohnten Normalität zurückkehren und für unsere Alemannia aus dem Block heraus alles geben können. Gemeinsam gegen den Abstieg! 

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