17. Spieltag: Rot-Weiss Essen – Alemannia Aachen 3:0

Samstag, 16.11.2019 14:00 Uhr – Stadion Essen
Zuschauer: 13.025; Gäste ca. 1.200

Rot-Weiss Essen gegen Alemannia Aachen. Ein Duell zweier Traditionsvereine, die in die Regionalliga abgesackt sind und es nun seit Jahren nicht mehr aus dieser Drecksliga rausschaffen. Verständlich, dass man sich da nach Lösungen umschaut, die zu sportlichem Erfolg führen könnten. Dass sich aber am Anfang des Jahres RWE an einem Grashalm festklammerte, der als der Messias präsentiert wurde, aber in Wahrheit nur ein neureicher Schnösel auf der Suche nach gewinnbringenden Investitionsmöglichkeiten ist, damit hätte vorher niemand gerechnet. In unserem letzten Bericht vom Spiel gegen Essen thematisierten wir diesen Investoreneinstieg und seine Risiken bereits.

Nach der JHV 2019 merkten die genialen Hirnis von „Essen unVerkäuflich“ dann endlich auch, dass die ganze Geschichte einen Haken haben könnte. Nun will dieser Investor doch auf einmal in den Aufsichtsrat, um so noch mehr Kontrolle über den Verein zu gewinnen. Außerdem ist gar nicht klar, ob das Darlehen zinsfrei ist, also vielleicht doch nicht so eine barmherzige Leihgabe? Und ob der Investor bei einer möglichen Ausgliederung sein Darlehen in Anteile umwandeln könnte, ist ebenfalls unklar. Also zusammengefasst: Essen hat sich die Katze im Sack gekauft, die offensichtlich für nachhaltigen Schaden sorgen könnte und die (traditionellen) Strukturen des Vereins untergräbt.

Und die Essener können auch nichts mehr dagegen tun, weil der liebe Herr Peljhan das Geld und somit auch die Kontrolle über sie hat. Irgendeine Form des Protestes oder auch nur ein winziges Aufbäumen aus der Essener Fanszene gibt es nicht. Natürlich, im Moment läuft es ja sportlich recht gut. Sobald es dann mal wieder schlechter läuft, sind sie bestimmt wieder total empört…

Zum Stadion an der Hafenstraße reisten wir wie üblich mit dem Bus an. Die Ordner waren diesmal wesentlich entspannter, sodass wir pünktlich den Block betreten konnten. Dieser wurde diesmal etwas kompakter beflaggt, was für ein gutes Bild sorgte.

Der sogenannte „Westschlager“ war diesmal auf dem Rasen eine klare Sache. Die Jungs in schwarz-gelb unterlagen starken Essenern klar mit 3:0. Zwar konnte man den Siegeswillen der Mannschaft erkennen, doch die Chancenverwertung war mangelhaft und RWE die deutlich effektiver agierende Mannschaft.

Der Frust der eindeutigen Niederlage spiegelte sich bei uns im Gästeblock wider. In die Partie starteten wir mit einem schicken Intro der Karlsbande, unter dem Motto „Alemannia per sempre“. Auch danach konnte der Block mit gutem Fahneneinsatz optisch voll überzeugen. Akustisch wurde das Potenzial jedoch nicht abgerufen. Nach jedem Gegentor sank die Motivation der rund 1.200 Aachener. Die Mitmachquote war dementsprechend insgesamt zu gering und so wurde es zu selten wirklich laut. Das wurde in der zweiten Hälfte zwar etwas besser, war aber nie wirklich gut. Im letzten Drittel der Partie schaltete der Gästeblock vom Support, auf das würdige Vertreten der Alemannia um, wenn es schon nicht die Mannschaft tat. Dabei wurde eine etwas bessere Lautstärke erreicht. Insgesamt, gemessen am Ergebnis, wohl eine solide Leistung. Jedoch war gerade in den Phasen, in denen die Partie noch offen und die Alemannia am Drücker war, sehr viel Luft nach oben. Das war bei den letzten Spielen in Essen wesentlich besser. 

Während der ersten Halbzeit konnten wir noch einen wundervollen Erguss der Essener Kreativität beobachten. Man muss ihnen lassen, die Anlehnung an unser Spruchband vom letzten Spiel sorgte für den ein oder anderen Schmunzler. Aber wenn man über 7 Monate braucht, um sich die Beleidigung „Nutte“ auszudenken, dann haben wir entweder keine Angriffsfläche oder die Ruhrpottassis aus Essen einfach kein Niveau. Unsere Antwort brachte hingegen den Zerfall der Essener Fußballkultur treffend auf den Punkt: „4 Buchstaben auf einmal, weil euer Sugardaddy zahlt!? Investorhuren!“

Ansonsten konnte der Essener Anhang einige Male akustisch auf sich aufmerksam machen und wenige Male das ganze Stadion mit in den Support einbinden. Dennoch war das für einen 3:0 Sieg eher schwach, weil größtenteils weder viel zu hören, noch zu sehen war. Immerhin haben sich mittlerweile etwas mehr Schwenkfahnen auf die Westtribüne verirrt, die während dem Spiel ab und zu zum Einsatz kamen. 

Nächsten Samstag geht es weiter mit dem FVM-Pokal. Zuhause treffen wir auf den SV Bergisch Gladbach, den wir in der Liga bereits mit 3:0 besiegt haben.

Die Bilder des Spieltags sind hier zu finden.

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