12. Spieltag: Alemannia Aachen – SV Lippstadt 08 1:0

Samstag, 07.10.2018 14:00 Uhr – Tivoli
Zuschauer: 4.800; Gäste: ca. 100

Am 12. Spieltag ging es endlich mal wieder an einem Samstag zum Tivoli. Leider erst das dritte Mal in dieser Saison. So blieb auch mal wieder Zeit, sich im Vorfeld gebührend auf das Spiel einzustimmen und den Spieltag angemessen ausklingen zu lassen. Die Zeit vor der Partie war geprägt von den Vorbereitungen für die Aktion gegen das neue Polizeiaufgabengesetz. Nachdem uns letzte Woche ironischerweise die Polizei den Protest verwehrte, verschoben wir die Aktion auf das Heimspiel gegen Lippstadt.

Die Erfolge der letzten Spieltage haben sich leider nicht auf die Zuschauerzahl ausgewirkt. Auch im Stimmungsblock klaffte wieder das ein oder andere Loch. Scheinbar ist das Aachener Publikum so abgestumpft, dass auch drei Siege in Folge nicht über 5.000 Zuschauer anlocken.
Im Vorfeld des Spiels war jedoch kaum Zeit, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Die Aktion gegen das POLG nahm wie gesagt genügend Zeit in Anspruch.
Der Stimmungsblock startete zunächst mit einer Traueranzeige für unsere Demokratie, die dem Polizeistaat zum Opfer fiel. Darauf folgten etliche Pappschilder, die ihre Aussage gegen das neue POLG richteten, gepaart mit dem passenden Spruch am Zaun: „Nein zum neuen Polizeigesetz NRW“. Danach ging es mit noch mehr Spruchbändern weiter, die in dem Statement: „Das neue Polizeigesetz am 11.10.2018 ablehnen!“ mündeten. Den Abschluss machte: „Egal welcher Block, egal welcher Verein – ab dem 11.10. werden wir alle Gefährder sein – Polizeigesetz stoppen!“
Das Spruchbandgewitter wurde abgerundet von Spruchbändern unserer Gruppe, die sich jedoch nicht an den Gesetzgeber in Düsseldorf richteten. Wir appellierten an unsere Vereinsführung, anstatt Wetten über unsere Pyro-Aktionen abzuschließen, lieber eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema zu führen.
Das war es erstmal für die erste Halbzeit. Wer sich jetzt denkt: „Moment, da fehlt doch noch was“, der hat völlig Recht – die Stimmung haben wir noch gar nicht beschrieben. Das geht aber für die erste Hälfte relativ schnell: Der Support ist in Anbetracht des sehr wichtigen Themas POLG extrem in den Hintergrund gerückt und es war schwer, beides unter einen Hut zu bringen. Somit kann man die Stimmung in der ersten Hälfte schlicht mit „sehr ausbaufähig“ beschreiben. Die Spruchbänder dürfen allerdings keine Ausrede für die schlechte Stimmung sein, diese genügte nämlich zu keinem Zeitpunkt unserem Anspruch. Hier müssen wir uns einfach an die eigene Nase packen und an diesem Problem arbeiten. Denn es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass der Stimmungsblock größere Spruchbandaktionen durchführt.

In der zweiten Halbzeit gab es dann aber nur noch ein Spruchband: „Helm und Mundschutz tragen, aber dann Frauen und Behinderte schlagen? 1.3.1.2. – ganz Aachen hasst die Polizei!“. Damit spielten wir nochmal auf die unangenehme Situation in Essen an.
Danach hatte der Stimmungsblock dann auch wieder die Zeit, sich voll und ganz auf den Support zu konzentrieren. Mehr und mehr konnte nun auch der Rest der Tribüne mitgenommen werden. Die Lieder wurden lauter und länger gehalten. Teilweise wurde sich richtig in die Lieder hineingesteigert und gerade bei Torchancen wurde eine geile Lautstärke gen Rasen geschmettert. Die Energie, welche sich auf der Süd in der ersten Hälfte aufgestaut hatte, löste sich in der zweiten Halbzeit in Schallwellen auf.

Das spürten auch die Jungs auf dem Rasen. Sie waren von Anfang an entschlossen dabei, das letzte bisschen fehlte aber bei den zahlreichen Möglichkeiten. So blieb es lange beim 0:0, doch die Spannung wurde zum Ende der Partie immer größer. Erlöst wurden wir erst in der 86. Minute von Kai Bösing, der den Ball mit letzter Kraft ins Netz schob. Danach rettete noch einmal das Lattenkreuz die drei Punkte. Der vierte Sieg in Folge!

In den Gästeblock hat sich auch mal wieder eine Szene verirrt, nach einigen Jahren war nochmal Lippstadt zu Gast. Der Ultrahaufen von ca. 40-50 Mann war optisch ganz überzeugend. Die gute Zaunbeflaggung und der ansehnliche Fahneneinsatz, gepaart mit der durchgehenden Bewegung sind sicherlich nicht selbstverständlich für eine Fanszene, die sich jahrelang mit Oberligafußball zufriedenstellen musste. Akustisch kam jedoch nichts bei uns an. Dafür war wohl die Anzahl an Gästefans einfach zu gering.

Nach dem Spiel wurde der Sieg noch angemessen mit der Mannschaft zelebriert. Die Jungs zeigen momentan einfach, dass auch Viertligafußball richtig geil sein kann. Bleibt zu hoffen, dass die überragende Serie von neun ungeschlagenen Spielen endlich wieder mehr Zuschauer anlockt – bis jetzt wurden wir da ja ziemlich enttäuscht.

Am Freitag geht es aber erstmal nach Verl, wo immer noch ein Trommelverbot herrscht.

Zum Schluss gibt es nicht mehr viel zu sagen, außer noch mal den Appell an unsere Politiker in Düsseldorf: Das neue Polizeigesetz am 11.10.2018 ablehnen!

Die Bilder des Spieltags sind hier zu finden.

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