33. Spieltag: Alemannia Aachen – SSVg Velbert 02 2:3

Freitag, 08.04.2016 19:00 Uhr – Tivoli
Zuschauer: 6.000; Gäste: ca. 30

„Wer kein sportliches Konzept hat, dem hilft auch kein Geld!“ Mit diesem Spruchband begannen wir den 33. Spieltag der Regionalliga West gegen die Fußballmacht aus Velbert. Wir reagierten damit auf die Negativvorfälle aus dieser Saison, die mit dem immer noch nicht ganz nachvollziehbaren Weggang von Peter Schubert begannen und die ihren traurigen Höhepunkt, nach dem Brief der Mannschaft an den Aufsichtsrat und der Entlassung von Christian Benbennek, in der Auseinandersetzung zwischen Alexander Klitzpera und U19-Trainer Harald Heinen fanden. Zudem musste Klitzpera vor einer Woche nach gerademal einem Jahr Amtszeit seinen Hut nehmen. Eine kontinuierliche und nachhaltige Entwicklung sieht anders aus. Weiterhin reagierten wir mit dem Spruchband auf die jüngste Gerüchteküche rund um das Thema Investor. Fest scheint dabei zu stehen, dass die Alemannia ab der nächsten Saison eine Finanzierungslücke vorzuweisen hat. In dem Magazin „In der Pratsch“ nennt Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Christian Steinborn hierfür zwei Lösungswege. Der erste setzt auf der Kostenseite an, heißt, die Kosten sollen soweit reduziert werden, dass sie mit den regulären Einnahmen wieder gedeckt werden können – was natürlich einen Aufstieg noch unrealistischer werden lässt. Die andere Lösung zielt auf die Einnahmenseite ab, so soll die Lücke durch einen externen Geldgeber geschlossen werden. Nach den jüngsten sportlichen Ereignissen schreien jetzt natürlich alle nach der zweiten Lösung, damit wir wieder schnellstmöglich aus diesem Sumpf rauskommen und alles wieder so super wird wie früher. Doch wer glaubt, dass sich all die Missstände in unserem Verein, die leider mit der Kontinuität auftreten, die die Mannschaft auf dem Feld vermissen lässt, allein durch Geld in Luft auflösen, dem ist nicht mehr zu helfen.

Zu dem Thema Investor werden wir uns in naher Zukunft noch ausführlicher zu Wort melden. Vorab sei aber schon mal allen Alemannen, denen unser Verein wirklich am Herzen liegt, nahegelegt, sich mit diesem Thema sehr ausführlich zu beschäftigen, um bei einer möglichen Abstimmung seine Entscheidung nicht irgendwann bitter bereuen zu müssen. Denn eins steht fest, wenn es tatsächlich zu einer Abstimmung der Vereinsmitglieder über den Einstieg eines Investors kommt, wird es womöglich die entscheidendste unserer Vereinsgeschichte.

Die Mannschaft zeigte nach drei Heimniederlagen in Folge mal wieder eindrucksvoll, wie wenig sich das Geschehen auf dem Rasen von außen beeinflussen lässt. Zwar präsentierte sie sich wesentlich engagierter als noch gegen Wegberg und erspielte sich Chance um Chance, doch am Ende stand mal wieder eine Niederlage zu Buche. Gegen einen als sportlich schwächer eingestuften Gegner war diesmal aber nicht nur die mangelnde Chancenverwertung ein Problem, sondern es waren vor allem die unnötigen Gegentore, die ein wesentlich besseres Ergebnis zunichte machten. So fingen sie sich nach einer halbstündigen Druckphase durch einen Konter das 0:1 und kassierten, nachdem sie Moral bewiesen hatten und das Spiel wieder drehten, postwendend den Ausgleich. Dass Velbert dann den Siegtreffer durch einen erneuten Konter erzielte, war mehr als bezeichnend für diese Partie.

Im Gegensatz zum Unentschieden in Wegberg kamen die Spieler  aber diesmal nach Abpfiff geschlossen zu uns, wo sie sich eine geballte Ladung Frust abholen konnten. Dass sie dabei ähnlich ratlos wirkten wie wir, macht nur bedingt Mut für die nächsten Aufgaben.

Mit 6000 Zuschauern (wobei diese Zahl natürlich wieder mal mit den Dauerkartenbesitzern schöngerechnet wurde) war der Tivoli diesmal noch spärlicher gefüllt als in den vorherigen Heimspielen, was man auch im Stimmungsblock deutlich zu spüren bekam. Anders als zunächst befürchtet machte sich das aber nur bedingt in der Stimmung bemerkbar. So konnte doch über weite Strecken eine ganz solide Lautstärke erreicht werden. Positiv ist dabei auch zu bemerken, dass auch nach dem 0:1 die Stimmung, nicht so wie in den vorherigen Heimspielen, völlig einbrach, sondern weiter auf einem akzeptablen Niveau blieb. Nach dem Ausgleich durch unsere Jungs, legte der Stimmungsblock bis zum erneuten Ausgleich der Gäste mit zwei melodischen Liedern dann sogar einen sehr ordentlichen Auftritt hin. Nach dem 2:2 brach die Stimmung dann aber, bedingt durch Frust und eine schlechte Liedauswahl, ein und nach dem dritten Gegentreffer war dann bei uns endgültig die Luft raus.

Optisch konnte der Stimmungsblock diesmal kaum überzeugen, einzig wir versuchten über die gesamten 90 Minuten Akzente zu setzen.

Durch die Absage unseres Auswärtsspiels bei den Schalker Amateuren am 06.02.16 steht uns mit den Begegnungen gegen Schalke II am Mittwoch und den abstiegsbedrohten Essenern am Sonntag wiedermal eine englische Woche bevor.

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