24. Spieltag: Alemannia Aachen – Wuppertaler SV 1:0

Samstag, 11.03.2017 14:00 Uhr – Tivoli
Zuschauer: 6.500; Gäste: ca. 1.500

Heimspiel gegen Wuppertal bedeutete endlich mal wieder Ausbruch aus dem Regionalligaalltag. Denn mit Essen zusammen ist der Aufsteiger als einzige Fanszene in dieser Bumsliga in der Lage, unseren Gästesteher vollständig zu füllen. Und so reisten etwa 1500 Wuppertaler in unsere schöne Kaiserstadt. Mit Gastfreundschaft wurden sie allerdings von unserer Geschäftsführung nicht empfangen, denn der liebe Timo wollte anscheinend an seinen Gästen ausprobieren, ob ein Fahnenverbot tatsächlich so schwer umzusetzen ist. So waren alle Zaunfahnen sowie Schwenkfahnen mit einer höheren Stocklänge als 1,50 m verboten. Eine offizielle Begründung gab es erst gar nicht, wie auch, der Wuppertaler SV war seit 1999 nicht mehr bei uns zu Gast.

Für uns begann der Spieltag bereits am Abend zuvor, an dem wir uns mit der sportlichen Fraktion in der Innenstadt trafen und auf schönes Wetter warteten, das allerdings ausblieb.

Der Spieltag selber war trotz der Gäste wieder einmal geprägt vom verrückten Timo. Für den Protest gegen ihn und seine “Maßnahmen” waren diesmal erneut ein 19 minütiger Stimmungsboykott mit eingeklappten Fahnen und ein Spruchbandfestival geplant. Bis auf ein Spruchband hatte der gute Timo im Vorfeld selbstverständlich alle angemeldeten Spruchbänder abgelehnt. Und weil der Timo so überzeugt ist von der Qualität seiner Arbeit, ist er überhaupt nicht kritikfähig und verkündete dementsprechend vor dem Spiel, dass für jedes gezeigte aber nicht angemeldete Spruchband alle Beteiligten Hausverbot bekommen würden. Meinungsfreiheit wird am Tivoli eben noch groß geschrieben!

Der Stimmungsblock ließ es sich natürlich trotzdem nicht nehmen, zahlreiche Spruchbänder gegen ihn und den Aufsichtsrat zu zeigen. Unser Spruchband thematisierte die Tatsache, dass der Timo ein höheres Gehalt bezieht, als ein durchschnittlicher Geschäftsführer der dritten Liga. Dies wurde uns von mehreren unabhängigen Quellen bestätigt. Vor dem Hintergrund wirken Aussagen, wie: “Die einzige Stellschraube an der wir noch drehen können sind die Einnahmen. Bei den Kosten haben wir im Grunde genommen alles ausgereizt.“ (Timo Skrzypski, 03.12.16, In der Pratsch) schon ziemlich dreist. Aber in diesem Verein ist eben alles möglich. Zudem wurde alle 10 Minuten das Spruchband „Gegen Kollektivstrafen“ der Aachener Fanszene von verschiedenen Fanclubs in ihrem Bereich hochgehalten. So zeigte sich erneut, dass der Protest nicht nur von der Ultraszene, sondern der gesamten Tribüne getragen wird, die trotz pöbelndem Gegner während der gesamten 19 Minuten eindrucksvoll schwieg.
Abgerundet wurde der Protest durch die Gäste von der Wupper, die nicht nur sämtliches Tifo-Material an Timos Ordnern vorbeibrachten, sondern den armen Timo und seine ganzen wirkungslosen Verbote mit einem pointierten Spruchband endgültig lächerlich machten.

Ein schöner Nebeneffekt der zahlreichen Spruchbänder war, dass sie von der für so ein Spiel eher dürftigen Stimmung ablenkten. Wenn man bedenkt, dass auf der Gegenseite ein starker Gegner stand, dem wir in den ersten Minuten auch noch tatenlos zuhören mussten, dann hätte man deutlich mehr Motivation erwarten können. So wurde es nur laut, wenn die gesamte Tribüne mit einstieg. Bis auf einige wenige überzeugende Phasen konnte der Stimmungsblock damit nur sehr wenige Highlights setzen. Lediglich der Fahneneinsatz war wieder einmal durchweg stark.

Die Gäste starteten sehr eindrucksvoll mit hoher Mitmachquote und beeindruckender Lautstärke in das Spiel. Zum Einlauf zeigten sie eine Schalparade mit Rot-Blauen Wuppertaler SV Schals, die sehr geschlossen durchgezogen wurde. Und im Gegensatz zu anderen Fanszenen nutzten sie unsere ersten 19 Schweigeminuten überzeugend aus. Danach waren sie allerdings immer seltener zu hören und durch den Rückstand ließen sie sich dann endgültig aus der Bahn werfen. Dennoch war es alles in allem ein sehr überzeugender Auftritt. Sich mit gegnerischen Fanszenen auseinanderzusetzen scheint allerdings keine Wuppertaler Stärke zu sein, so kamen sie in unseren 19 Schweigeminuten auf die glorreiche Erkenntnis, dass wir für ein Heimspiel doch ganz schön laut wären. Für das Materialverbot machten sie zudem die Polizei und nicht, was ja wohl deutlich naheliegender ist, den verrückten Geschäftsführer des Gastgebers verantwortlich. Aber was will man von einer Fanszene erwarten, die gerade der Oberliga entstiegen ist.

Unsere Mannschaft hatte aus dem 0:4 Debakel in Bonn gelernt und kämpfte 90 Minuten lang für die drei Punkte. In einem nicht sehr schönen aber dafür intensiven Spiel behielten sie durch das Tor von Mickels in der 55. Spielminute am Ende recht verdient die Oberhand.

Wir als Gruppe unterstützen zudem am Sonntag danach unsere zweite Mannschaft auswärts im Abstiegskampf gegen den VfL 08 Vichttal.

Nächste Woche Mittwoch geht es für uns zu einem sehr fanunfreundlichen Termin, dank der dubiosen Spielabsage, nach Hagen. Infos über die erlaubten Fanutensilien gibt es natürlich noch nicht.    

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