20. Spieltag: Alemannia Aachen – Rot-Weiss Oberhausen 2:2

Samstag, 08.12.2018 14:00 Uhr – Tivoli
Zuschauer: 5.400; Gäste: ca. 280

Das letzte Heimspiel des Jahres stand ganz im Zeichen unserer „Hört Hört”-Kampagne, in der wir auf all die Missstände aufmerksam machen wollten, mit der sich Fans der Alemannia derzeit rumschlagen müssen. Als Abschluss der Spruchbandserie sollte nun eine Choreo folgen, mit der klaren Forderung an unseren Verein, bei diesen Themen aktiv zu werden. Das wurde in der Vergangenheit zwar mehrfach angekündigt, ist aber dann doch irgendwie in Vergessenheit geraten. Trotz des Protestcharakters der Choreo gab es im Vorfeld bei der Klärung der üblichen Formalien keine nennenswerten Probleme mit dem Verein. So wurde uns auch wie üblich früher Einlass ins Stadion gewährt, um die Choreo vorzubereiten. Dies schien der Polizei aber nicht zu gefallen und es wurde vor Ort zunächst versucht dies zu verbieten. Als dies von den Vereinsvertretern mit dem Verweis auf das Hausrecht aber abgelehnt wurde, mussten die Hilfssheriffs uns murrend gewähren lassen. Was aber natürlich nicht heißt, dass nicht alles daran gesetzt wurde, dass unsere Taschen ja bloß noch kontrolliert werden müssen. Kooperativ wie wir sind, ließen wir die Ordner aber gewähren, erstaunlicherweise wurde nichts gefunden.

Im Stadionumlauf wurden von uns vor der Partie Flyer verteilt, um die Bedeutung und die Gründe unserer Choreo zu erklären. Diese bestand aus zwei Teilen. Zunächst wurden im Stimmungsblock schwarze Papptafeln hochgehalten, sowie mehrere Uhren, die Fünf vor Zwölf zeigten. Anschließend wurden die Papptafeln gewendet und auf dem Hintergrund von gelben Papptafeln erschienen mehrere Sprechblasen, die all die Themen aufzählten, bei denen die Alemannia aktiv werden soll. Mit dem erzeugten Bild und der Durchführung können wir zufrieden sein. Nun heißt es für uns dafür zu Sorgen, dass sich der Verein auch wirklich dieser Probleme annimmt.

Auf den Rängen gestaltete sich die Stimmung anschließend etwas zäh. Es konnte zwar meist eine akzeptable Lautstärke erreicht werden, aber gemessen an dem Spielverlauf und der Tatsache, dass endlich mal wieder ein Gegner im Stadion war, hätte da durchaus etwas mehr vom Aachener Anhang kommen können. Bei einer guten Liedauswahl fehlte aber meist der letzte Funke Emotionalität um konstant eine gute Lautstärke zu erreichen.

Auf dem Rasen begann die Alemannia eigentlich recht gut und zeigte eine engagierte Leistung und war zunächst die bessere Mannschaft. In der 25. Minute verwandelte der Aachener Heinze dann eine Hereingabe, freistehend per Direktabnahme, unhaltbar in den Winkel. Nur Schade, dass der Ball im eigenen Tor landete. Danach baute die Alemannia etwas ab, blieb aber die dominantere Mannschaft, aber schon wie in den letzten Spielen, die wir zu Gesicht bekommen haben, konnte die Alemannia ihre Überlegenheit nicht in Tore ummünzen. So waren es die Gäste aus dem Pott, die kurz vor der Pause den nächsten Treffer erzielten.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte die Alemannia noch einmal den Druck. Zählbares sprang zunächst dabei aber nicht raus, als erneut eine Vielzahl an Chancen vergeben wurden. Nach gut einer Stunde landete dann aber doch mal ein Ball im Tor der Oberhausener. Der Treffer startete die Aachener Schlussoffensive, die durch den Ausgleich kurz vor Schluss belohnt wurde. In den letzten Sekunden des Spiels hätte Dimitry Imbongo sogar noch den Siegtreffer erzielen können, aber der Stürmer scheiterte am Torpfosten. Bei der Alemannia ist also weiterhin alles beim Alten: Guter Fußball, aber eine katastrophale Chancenverwertung.

Auf der Gegenseite versammelte sich ein wie immer recht spärlich gefüllter Gästeblock hinter der Semper Fidelis Zaunfahne. Dadurch wurde wie bei ihren letzten Auftritten in Aachen ein recht kompaktes Bild erzeugt. Ansonsten konnte der Gästeblock nicht an die Auftritte der letzten Jahre anknüpfen und trat kaum in Erscheinung.
Damit wäre eigentlich alles gesagt, was es zu den Oberhausenern zu sagen gibt, wäre da nicht das Spruchband zu Spielbeginn gewesen. In Oberhausen Sterkrade feiert man sich nämlich als harter Hund, wenn man stundenlang eine kleine Abordnung Aachener in der eigenen Stadt warten lässt und Anfragen abblockt, während man verzweifelt versucht genug Leute für eine deutliche Überzahl zusammenzutrommeln und erst dann erscheint. Nicht gerade heldenhaft, aber wer es nötig hat soll sich ruhig für solche Aktionen feiern. Peinlich wird es aber, wenn man dies noch stolz in Aachen zur Schau trägt, auf den von uns gesprühten Konter aber keine Antwort parat hat und auch noch alle Aufforderungen zum Tanz ablehnt. Anscheinend hatten die harten Jungs wohl alle keine Zeit. Ist aber auch verständlich, zu dieser Jahreszeit sind halt oft Weihnachtsfeiern und außerdem war da ja noch das Revierderby. Da kann man von Oberhausen nun wirklich nicht erwarten, auf Worte auch Taten folgen zu lassen.

Den Tag ließ unsere Gruppe dann bei leckerem Essen und dem ein oder anderen Kaltgetränk auf unserer Weihnachtsfeier ausklingen. Anscheinend ist es ja doch möglich, einen Spieltag und eine Weihnachtsfeier unter einen Hut zu bringen.

Die Bilder des Spieltags sind hier zu finden.

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