13. Spieltag: Alemannia Aachen – 1. FC Köln II 3:1

Freitag, 21.10.2022 19:00 Uhr  – Tivoli
Zuschauer: 8.900; Gäste: ca. 60

Nach einigen Samstagsspielen kehren wir wieder zum mittlerweile gewohnten Freitagabend zurück. Es wäre ja auch zu schön gewesen. Unter Flutlicht durften wir die U21 des Effzeh begrüßen, der natürlich aufgrund der Parallelansetzung des Spiels der ersten Mannschaft keinen relevanten Anhang mitbrachte. Vor dem Spiel hatten wir intensive Gespräche mit dem Verein, in denen wir ihnen klar machten, dass sie doch gegenüber den Behörden Haltung zeigen, ihre Hausrechte durchsetzen und sich nicht vom nervigem Ordnungsamtsgequatsche beeinflussen lassen sollen. Der Erhalt der Fankultur und die Schaffung von verhältnismäßigen Rahmenbedingungen sollten an erster Stelle stehen. Es stellte sich heraus, dass der Verein dort dasselbe Ziel verfolgen möchte wie wir. So haben wir uns dazu entschieden, die eigentlich zum Münster-Spiel gefertigte Choreo zu präsentieren. 

Es muss allgemein verdeutlicht werden, dass Ordnungsamt und Stadt gewisse Kompetenzgrenzen besitzen. Es liegt die Vermutung nahe, dass die Behörden einen kleinen Höhenflug nach der Corona-Pandemie fühlen und meinen, den leidenschaftlichen Hüter von Recht und Ordnung geben zu müssen. Dass das Ordnungsamt aber erst in die Veranstaltung reinfunkt und dann auch noch der Feuerwehr in Sachen Brandschutz die Kompetenz abspricht, ist an Arroganz und Selbstüberschätzung kaum zu überbieten. Ist eben spannender als Strafzettel zu schreiben.
Gemeinsam mit dem Verein werden und müssen wir gegensteuern und den Zustand vor Corona wieder etablieren. Ohne Anmeldungsformulare mit namentlichen Ansprechpartnern, ohne Einschnitte von Zaunfahnen, ohne Mimimi durch Polizei, Ordnungsamt oder Stadt!

Der Nachmittag begann mit der Vorbereitung der über einhundert Meter langen, schwarz-gelben und genähten Blockfahne, die die gesamte Südtribüne bedeckte. Vor dem Spiel sammelten wir wie gewohnt Choreospenden an allen möglichen Zugangspunkten. Die Karlsbande tat es uns gleich, wobei diese für den Becherwurf aus dem abgebrochenen Gladbach II-Spiel das Mehrwegbecher-Pfand in Tonnen im Stadionumlauf sammelten, um den Verein in der zu erwartenden Strafe zu unterstützen. 

Zu Spielbeginn zogen wir neben der Blockfahne die ebenfalls über die gesamte Länge der Tribüne hängenden Zaunfahne mit dem Spruch “Schwarz und gelb ist unsere Welt, Stadt und Verein ist das was zählt“, geziert mit Vereins- und Stadtwappen, hoch und rundeten das sehr gelungene optische Bild ab.

Kurzzeitig gab es Gerüchte, dass in manchen Köpfen der Verantwortlichen trotz der Gespräche wieder ein Synapsenfeuerwerk stattfand, da die dringende Bitte zum Abhängen der Zaunfahne publik wurde und davon der Beginn des Spiels abhing. Blöd nur, dass wir uns davon nicht beeindrucken ließen. Das sah wohl auch das Schiedsrichtergespann so, weshalb es das Spiel pünktlich anpfiff. Wie gewohnt klappte alles reibungslos, es ist niemand gestorben oder verletzt worden. Ohne, dass die Möchtegern-Bullerei ihren Willen bekommen hat. Damit ist auch die Obsoleszenz dieser Truppe im Kontext Fußball eindeutig unter Beweis gestellt. 

Das zweite Spiel unter “Interimstrainer” Helge Hohl begann mit einer deutlich erkennbaren Systemumstellung auf 3-4-3. Und ebenfalls war wieder deutlich erkennbar, dass die Mannschaft zu Hause mit einer breiten Brust auftrat. Das haben wir über längere Zeit vermisst. Während einige von uns noch mit dem Abtransport der Stoffbahnen beschäftigt waren, schrie der Tivoli laut auf. Nach acht Minuten klingelte es im Kasten der Kölner zum vielumjubelten 1:0 für Schwarz-gelb durch Jannik Mause. Eine Viertelstunde später traf der von Pech im Spiel geplagte Imbongo zum 2:0. Glück in der Liebe scheint er zu haben, dem Jubel sowie den Berichten nach dem Spiel zu urteilen ist er am Abend des Spieltags noch Vater geworden. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle. 

Köln kam noch mal ran und verkürzte vor dem Pausenpfiff auf 2:1. In der zweiten Hälfte zeigte die Alemannia aber Konstanz und Konzentration und konnte mit den wechselnden Ballbesitzphasen sehr gut umgehen. Kurz vor Schluss profitierte Tim Korzuschek von einem Abwehrfehler der Kölner, die seinen Freistoß nicht verteidigt bekamen. So landete der Ball im Netz und die Alemannia verdiente sich nicht nur die drei Punkte, sondern auch den dritten Platz. Zumindest über Nacht. 

Die Stimmung am Tivoli, der mit 8.900 Zuschauern verhältnismäßig gut besetzt war, kratzte zeitweise wieder am Optimum. In den letzten Spielen waren wir zwar gut unterwegs, die ohrenbetäubende Leistung aus den ersten Spielen der Saison konnte jedoch nicht erreicht werden. Das war an diesem Tag anders. Die gesamte Tribüne war über die vollen 90 Minuten mit dabei und es gelang uns gemeinschaftlich, die Mannschaft nach vorne zu peitschen. Phasenweise erhub sich, ohne Animierung des Stimmungsblocks, das gesamte Stadion von ihren Plätzen und reizte das Potential sehr gut aus. Hier zeigten wir abermals in dieser Saison, wie viel Wucht die Kulisse dem Rasen entgegen schallen kann. 

Das setzte dem in sich gelungenen Spieltag die Krone auf. Auf die eigene Leistung, auf die Choreo sowie auf die Leistung der Mannschaft kann man durchaus stolz sein. Das taten uns wohl einige gleich, weshalb die Aachener Kneipen gut von Alemannia-Trikots gezeichnet waren. Auch so etwas ist in Aachen lange völlig zum Erliegen gekommen. 

Am Mittwoch geht es im Verbandspokal bei Bergisch-Gladbach weiter. Beim alten Arbeitgeber unseres Interimstrainers und Sportdirektors erwarten wir natürlich nichts anderes als Pflichtbewusstsein und ein Weiterkommen in die nächste Runde. 

Die Bilder des Spieltags sind hier zu finden. 

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