38. Spieltag: FC Schalke 04 II – Alemannia Aachen

Zum Abschluss der Saison hatten es die Spieltagsplaner eigentlich ganz gut mit uns gemeint, da es gegen die Zweitvertretung einer der großen Szenen Deutschlands ging, deren Profis bereits spielfrei hatten. Doch da das Spiel aufgrund von Umbaumaßnahmen in Herne stattfand und UGE dieses Stadion aus verständlichen Gründen boykottiert, sahen wir uns mit Ausnahme einiger motivierter Jungs der selben Regionalliga-Tristesse gegenüber wie bei den meisten Spielen zuvor.

Die Anreise zu unserem ersten Auswärtsspiel als offizielle Gruppe traten wir mit einem 30er-Bus an, mit dem wir Aachen gegen halb zehn verließen. Unser Ziel erreichten wir dank einer sehr netten aber auch sehr Navi-hörigen Busfahrerin, die alle größeren Rastplätze scheinbar zielsicher umfuhr, bereits gegen kurz nach zwölf. Den Männern in grün schien das zu früh und so versperrten sie uns den Weg zum Parkplatz und schickten uns wieder weg.
Doch mit der Tatsache, dass wir uns mit unserem Bus Richtung Innenstadt aufmachten, schienen sie auch nicht ganz glücklich. Denn nach gut 100 Metern fingen sie uns wieder mit zwei Bullis ab und brachten uns zum Parkplatz zurück, der jetzt ganz zufällig offen war. Geht doch.

Zu Beginn des Spiels wollten uns die erwähnten Jungs noch schnell persönlich eine schöne Sommerpause wünschen, was jedoch an den erstaunlich guten Ordnungskräften scheiterte. Anschließend ließen wir uns dann noch von einigen „Dorfdeppen“ etwas aus dem Konzept bringen, doch nach einer sehr passenden Ansprache des Vorsängers der Karlsbande konnten wir uns dann schließlich unserem eigentlichen Anliegen widmen: Dem Support unserer Mannschaft. Dieser verlief allerdings ähnlich wie das Spiel sehr schleppend, mit einigen wenigen Ausnahmen wie bspw. den fünf Minuten vor der Halbzeitpause.
Hierzu wurde allerdings in der Pause eine Diskussion an uns herangetragen, der wir uns gerne öffnen und auch kompromissbereit sind. Die Kritik bestand darin, dass wir innerhalb dieser guten fünf Minuten bei einer Ecke des Gegners unser Lied nicht unterbrachen, um mit Pfiffen etc. auf das Spielgeschehen Einfluss zu nehmen. Ein durchaus vernünftiger Gedanke, der allerdings die derzeitige Problematik nicht berücksichtigt, dass Lieder, die einmal unterbrochen wurden, tot sind. Und so singen wir bei sportlich eher unbedeutenden Spielen gut laufende Lieder lieber durch, als nach ein paar Pfiffen schweigend im Block zu verharren. Aber wir sind durchaus bereit, gemeinsam auf einen Zustand hinzuarbeiten, in dem beides berücksichtigt wird.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigten wir das Spruchband „Vor dem Kapital geduckt und auf 50+1 gespuckt. Anti RB“, um auf das Projekt RB Leipzig aufmerksam zu machen, das nicht zuletzt durch die Lizenzvergabe durch die DFL immer bedenklichere Züge annimmt. Leider hatten wir die entsprechenden Vorkehrungen, um diese Aktion fotografisch festzuhalten, nicht getroffen, sodass wir diese hier nicht veröffentlichen können. Aber aus Fehlern lernt man.

Nach der leidenschaftslosen Leistung auf dem Platz und im Block traten wir die Heimreise an, welche recht Ereignislos blieb und erreichten die Heimat rechtzeitig zum CL-Finale.

 

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