34. Spieltag: Alemannia Aachen – SSVg Velbert 02 2:0

Samstag, 18.05.2024 14:00 Uhr – Tivoli
Zuschauer: 27.900; Gäste: ca. 140

11 Jahre haben wir auf diesen Moment gewartet. Haben ihn stets herbeigesehnt und waren doch viel zu häufig weit von ihm entfernt. Wir schreiben den 18.05.24, es ist 15 Uhr irgendwas. Es ertönt ein Pfiff und das letzte Regionalligaspiel für hoffentlich alle Zeit ist beendet. Wir haben diese Drecksliga endlich verlassen. Eine unglaublich emotional intensive Saison liegt hinter uns, in der nach den ersten Spielen nichts nach Aufstieg aussah. Und zu diesem Zeitpunkt liegen auch sehr intensive 24 Stunden hinter uns. Denn einen Tag zuvor jährte sich unsere Gruppengründung am 17.05.2024 zum zehnten Mal. Und so begannen wir dieses Jubiläumswochenende mit einer internen Feierlichkeit, die in einem Geburtstagsfeuerwerk vor dem Tivoli gipfelte. Doch auch das war nur das Einstimmen auf das, was dann am Spieltag selbst folgen sollte. Und so hieß es nur kurz an der Matratze horchen und rein in einen der geilsten Spieltage unserer Gruppengeschichte.

Am frühen Morgen des letzten Regionalligaspieltags durfte das zukünftige Drittligastadion ca. 80 müde, aber mit Euphorie aufgeputschte Gestalten begrüßen, die die letzten groben Choreoarbeiten beendeten. Eine kleine Abordnung begab sich an den Feinschliff, während der Rest von uns Richtung Marktplatz aufbrach. Dem nächsten Highlight dieses Tages. Denn zur Zelebrierung des letzten Regionalligaspiels in der Geschichte von Alemannia Aachen riefen wir mit der Karlsbande zusammen zu einem großen Fanmarsch vom Marktplatz zum Tivoli auf. Und diesem Aufruf war eine unfassbare Anzahl von mehreren tausend Alemannen gefolgt. Beim Marsch die Krefelder runterreichten die Menschenmassen gefühlt bis zum Horizont. Gigantisch, was diese Stadt in den letzten Monaten abreißt. Geschlossen trugen wir dabei eine Botschaft für ganz Deutschland vor uns her: WIR SIND WIEDER DA! Und auch wenn sich die Fahne für den Großteil des Wegs als zu groß erwies, die Botschaft war eindeutig. Vor dem Stadion angekommen stimmte der Vorsänger der Karlsbande zu Ehren unseres zehnjährigen Bestehens ein Geburtstagslied an und der halbe Vorplatz stimmte mit ein. Der erste von vielen Gänsehautmomenten an diesem denkwürdigen Tag.

Nach der Stadionöffnung verteilten wir wie gewohnt unseren Spieltagsflyer. Ungewohnt war allerdings die Länge: Denn anlässlich unseres Jubiläums haben wir noch einen intensiven Rückblick auf 10 Jahre Yellow Connection reingepackt (siehe unten).
Drei unserer Führungsleute besuchten zudem noch die Mannschaft in der Kabine, verteilten Präsente als Lohn für diese geile Saison und hielten eine emotionale Rede, um noch einmal zu verdeutlichen, was es bedeutet für Alemannia Aachen zu spielen und vor allem, was die Alemannia uns bedeutet.

Die nächsten Gänsehautmomente folgten dann etwa zehn Minuten vor Anpfiff in einer Häufung und Intensität, die für uns schon fast kardiologisch bedenklich war. Den Anfang machte eine Ansprache von einem unserer Führungsleute via Stadionmikrofon. Denn das, was da folgen sollte, hatten wahrscheinlich fast alle in diesem Stadion noch nie selbst erlebt und bedurfte daher einer präzisen Koordination. Den Anfang machte ein zweiminütiges Video über unsere Gruppengeschichte auf den Stadionleinwänden. Allein, dass uns unsere Geschichte über diese Leinwände unter Anwesenheit von knapp 30.000 Alemannen entgegenflimmerte, war schon unwirklich und ergreifend zugleich. Und als dann auch noch gefühlt das gesamte Stadion herzlich applaudierte, wurde das ein oder andere Auge in unseren Reihen etwas feuchter. Doch für ein angemessen ausgiebiges Aufsaugen dieser besonderen Situation blieb keine Zeit, denn der Gedanke an die anschließende Choreo ließ den Puls wieder Samba tanzen. Per Ansage ging die Blockfahne hoch, bestehend aus unserem Gruppenkopf, flankiert von einer ausgeschriebenen „Zehn“ und dem Wort „Jahre“. Anschließend wurde vorne via Hochziehkonstruktion unser Name auf 5,50 Meter Höhe hochgezogen. Dabei verhakte sich leider ein Teil des Schriftzugs „Yellow“ in einem der Geländer der Fluchttore, das aber schnell mittels Schere wieder gelöst werden konnte. Dadurch gingen die Schriftzüge nicht ganz synchron hoch, zum Glück also nur Abzüge in der B-Note. Für das große Finale hatten wir auf der Osttribüne etwa 9000 Folien plus Infozettel ausgelegt. Mit Kommando unseres Mitglieds am Stadionmikro gingen die Folien so gleichmäßig hoch, als hätten die anwesenden Alemannen nie etwas anderes getan. Innerhalb von einer Sekunde ergab sich mit schwarzer Schrift auf gelbem Hintergrund: „ULTRAS“. Für etwa zwei Minuten ergab sich ein Bild, dass wir uns selbst in unseren kühnsten Träumen nicht so überragend vorgestellt hatten und welches es so im neuen Tivoli auch noch nicht gab. Nach jedem der drei Choreo-Schritte applaudierten und jubelten alle Alemannen und schenkten uns damit nicht nur ein unglaubliches Gefühl der Unterstützung, sondern generierten damit auch ein Gemeinschaftsgefühl, dass es im neuen Tivoli so noch nicht gegeben hat. Liga 3, wir sind bereit!

Nach diesen emotionalen Minuten hieß es erst einmal durchschnaufen und diese Saison würdig zu Ende zu bringen. Es dauerte jedoch nicht lange, da wurde es wieder emotional. Erst markierten unsere Jungs früh das 1:0 und dann gingen etwa bis Mitte der ersten Hälfte nach und nach auf Tapete gemalte Glückwünsche unserer Hools, der Karlsbande und der Domwacht zu Ehren unseres zehnjährigen Bestehens hoch. Großen Dank dafür, nur gemeinsam sind wir stark!

Die zweite Hälfte begann die Werner-Fuchs-Tribüne mit Fackeln und Leuchtraketen über die gesamte Breite der Tribüne und setzte damit das vorletzte Highlight an diesem denkwürdigen Tag. Das letzte blieb Thilo Töpken vorbehalten, der mit seinem zweiten Treffer den 2:0 Endstand markierte. Die Stimmung insgesamt war an diesem Spieltag ohne sportlichen Wert für unsere Alemannia angemessen, ohne dabei die ganz großen Glanzmomente zu setzen. In das Pokalfinale und vor allem in die dritte Liga dürfen wir uns aber mit dieser Leistung nicht trauen. Da muss wieder mehr Feuer und Leidenschaft rein. Denn dieser Pokalsieg würde nicht nur eine großartige Saison veredeln, sondern uns mit dritter Liga und DFB-Pokalteilnahme eine zweite Jahreshälfte bescheren, von der wir 11 Jahre nur träumen durften. Also lasst uns in Köln auf dem Platz und den Rängen ganz Deutschland zeigen:
Alemannia Aachen ist wieder da!

Die Bilder des Spieltags sind hier zu finden. Der aktuelle „Uus de Lamäng“ Spieltagsflyer ist hier zu finden.

Aktuelle Fotos

Infostand

Spieltagsflyer

Archiv