34. Spieltag: 1. FC Köln II – Alemannia Aachen

Samstag, 20.05.2017 14:00 Uhr – Franz-Kremer-Stadion
Zuschauer: 800; Gäste: ca. 600

Mit der Partie gegen die Zweitvertretung vom 1.FC Köln endete eine der turbulentesten Saisons der (vermutlich nicht nur) jüngsten Vergangenheit. Die Saison fing an, wie die vorherige aufgehört hatte: Mit dem Kampf gegen einen potentiellen Investor. In der Hinrunde wirkte es so, als könnte die außerordentliche Mitgliederversammlung, die über den Ausverkauf unseres Vereins abstimmt, jederzeit stattfinden. Am Anfang hieß der Interessent noch Arena 11, doch das änderte sich schlagartig und so stellte sich im Dezember eine Gruppe um Kölmel und Holzhäuser in einem Hotel den Fans als interessierter Käufer unserer Spielbetriebsgesellschaft vor. Sie legten den Gremien ein Angebot vor. Doch bevor diese sich hierzu offiziell äußerten, machte schon eine andere Meldung die Runde: Alemannia könnte bald zahlungsunfähig sein. Der Hauptsponsor zog sich zurück. Der Geschäftsführer, der als überbezahlte Fehlbesetzung in die Geschichte einging, konzentrierte sich allerdings trotz dieser katastrophalen Finanzlage lieber auf die Bekämpfung der eigenen Fans.

Wir intensivierten unseren Kampf gegen die potentiellen Investoren im September, indem wir uns mit der Fan-IG verbündeten, die wichtigsten Fanclubs als Unterstützer gewannen und die erfolgreiche Initiative „Alemannia verkauft man nicht“ gründeten. Letztlich ist es natürlich alles Spekulation, aber, dass wir in Aachen nun vorerst einen Investor verhindern konnten, ist wohl zu einem wichtigen Teil dieser Arbeit geschuldet. So viel Eigenlob muss dann auch mal sein.
Unser zweiter Kampf galt der genannten Fehlbesetzung. Im September glänzte diese noch, weil sie unsere sachliche Arbeit (Flyer, Spruchbänder, Aufkleber) beim Kampf gegen den potentiellen Investor mit Gewalt gleichsetzte. Später setzte der Geschäftsführer dann noch einen drauf und verbot der gesamten Fanszene bei allen restlichen Auswärtsspielen jegliche Form von Fahnen. Letztlich können wir als Fanszene für diesen Schritt sogar dankbar sein, weil er uns ungewohnt eng zusammenschweißte. Die Aktionen, die wir gemeinsam auf die Beine stellten, suchen in unserer Vergangenheit ihresgleichen. Zudem zeigten wir in jedem Spiel, wie sinnlos dieses Verbot war, indem wir immer alles reinbrachten, was das Ultraherz begehrt.
Der traurige Höhepunkt war dann natürlich der Insolvenzantrag im März, der zweite unserer Geschichte. Ganz so düster wie es erstmal klang, sah es dann aber doch nicht aus: Wir konnten die Klasse halten und mit dem Insolvenzverwalter scheint ein wirklicher Neuanfang möglich. Trotz dieses intensiven und turbulenten Jahres und der ungewissen Zukunft stehen wir als Gruppe enger zusammen als je zuvor, sehen hoffnungsvoll in die Zukunft und werden gemeinsam auch alle zukünftigen Gefahren für unsere Alemannia bekämpfen!

Mit dieser intensiven und natürlich sehr anstrengenden Saison in den Knochen ging es zum besagten letzten Spiel nach Köln. Sportlich ging es um nichts mehr und auch fantechnisch war nichts zu holen. Denn anders als vor ein paar Wochen an dieser Stelle vermutet, fand das Spiel zeitgleich mit dem der ersten Mannschaft vom FC und damit ohne den üblichen Kölner Amateursupport statt. Da es aber nun mal das letzte Spiel vor einer elend langen Sommerpause war, war unsere Motivation, die letzten 90 Minuten der Saison zu genießen, groß. Und so startete der Ultrahaufen brutal stark in dieses Spiel. Belohnt wurde diese Leistung durch Fejzullahu, der unsere Alemannia in der 5. Minute in Führung brachte und den Block weiter am Rad drehen ließ. Danach flachte die Stimmung allerdings immer weiter ab und wurde inklusive Liedauswahl regelrecht konfus. Wie so oft in dieser Saison hatten wir damit mal wieder geile Voraussetzungen in die Tonne getreten und insgesamt einen eher lustlosen Auftritt hingelegt. Dies fasste die Saison leider, bis auf einige Ausnahmen, bei denen durch mehr oder weniger Zufall eine geile und klar erkennbare Linie von Anfang bis Ende verfolgt wurde, passend zusammen.

Die Mannschaft zeigte dagegen mal wieder eine ordentliche Leistung, musste nach dem frühen Führungstreffer allerdings kurz vor der Pause noch den Ausgleich hinnehmen. Doch unsere Jungs zeigten mal wieder das, was ihre überbezahlten Vorgänger immer hatten vermissen lassen: Moral. Vor allem seit dem mit dem Insolvenzantrag verbundenen Führungswechsel, zeigten sie diese Moral und drehten ein ums andere Mal ein Spiel. So auch gegen Köln. Eine gute Schlussoffensive belohnte Gödde mit einem Traumtor in der Nachspielzeit. Das ist Fußball! Das wollen wir auch in der nächsten Saison sehen!

Die Heimfahrt verzögerte sich etwas aufgrund von Leuten, bei denen die Menschheit froh ist, dass sie sie hat.  Doch dies hinderte uns nicht daran, den Saisonausklang im Zug gebührend zu feiern. Diese Feier wurde allerdings am Aachener Hbf durch die mitgereiste Bochumer Hundertschaft abrupt beendet. Der Grund hierfür war mal wieder nicht ganz ersichtlich. Deutlich ersichtlich war allerdings, dass ihr Auftritt noch planloser war, als der ihrer Bochumer Kollegen in Ahlen. So machten sie mal wieder aus einer Mücke einen Elefanten und bekamen die entsprechende Quittung dafür. So sieht seriöse Polizeiarbeit aus…

Den Abend ließen wir mit unserer 3 Jahresfeier ausklingen, bei der das Orga-Team unserer Gruppe, Anwärtern und Umfeld einen unvergesslichen Abend bereitete. Ein Abend, der mit zahlreichen Höhepunkten und Überraschungen gespickt war, ein Abend, der diesem unvergleichlichen Zusammenhalt gerecht wurde. Danke dafür! 3 Jahre Yellow Connection. 3 Jahre eine Familie.

Die Bilder der 3 Jahresfeier sind hier zu finden.

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