24. Spieltag: FC Kray – Alemannia Aachen 1:2

Donnerstag 28.04.2016 – 19:00 Uhr – Stadion Uhlenkrug
Zuschauer: 305; Gäste: ca. 180

Nicht mal zwei Wochen nach unserem Auswärtsspiel gegen Rot Weiss ging es für uns wieder nach Essen, diesmal hieß der Gegner allerdings FC Kray. Das Spiel gegen die Mannschaft aus dem Essener Stadtteil hätte eigentlich schon am 21.02. stattfinden sollen, wurde allerdings aufgrund schlechter Platzverhältnisse abgesagt. So stand uns an diesem Donnerstagabend das vierte Auswärtsspiel der Rückrunde bevor, das unter der Woche angesetzt wurde. Im Vergleich zu den bisherigen Spielzeiten in dieser Liga ist das schon eine Menge und sicherlich nicht wirklich fanfreundlich, aber wie schon beim Spiel gegen Wiedenbrück geschrieben, eine gute Standortbestimmung für die Szene und eine gute Abwechslung, um in dieser einfachen Liga nicht allzu sehr einzurosten. Und da wir als Gruppe fast keine personellen Einbußen gegenüber den Samstagmittag-Spielen zu verzeichnen hatten, fällt unser Fazit für diese kleinen Herausforderungen auch denkbar positiv aus.

Wir erreichten das Ausweichstadion des FC Kray, den Uhlenkrug, nach einigen Staus und einem kleinen Umweg eine gute halbe Stunde vor Anpfiff, was angesichts der äußerst ungünstigen Wetterverhältnisse und dem fehlenden Dach auch nicht gerade ungelegen kam, dachten wir zu mindestens. Denn anstatt direkt bis zum Gästeblock durchfahren zu können, wurden wir von den Bullen, die an diesem Tag ausschließlich zur Steuerverschwendung angerückt waren, wie sich später noch zeigen sollte, an der Durchfahrt gehindert. Angeblich weil vorm Stadion alles dicht gewesen ist. Was dann folgte war ein Feuerwerk an Stümpereien, von den Bullen mit ihrer völlig absurden Polizeitaktik, die einen Kontakt geradezu provozierte, unserer Naivität, die dazu führte, dass wir bei diesem ganzen Schwachsinn auch noch mitspielten und zu guter Letzt den Essenern, die bei dieser Silbertablett-Nummer nichts anderes aufzubieten hatten, als ein paar Hansel im Heimblock. Aber der Reihe nach.

Die Bullen machten also nicht nur den kurzen Weg zum Gästeblock für unseren Bus dicht, sondern konnten uns auch noch erfolgreich weiß machen, dass der Weg (der sich natürlich als übertriebener Umweg entpuppte) durch den Wald! am kürzesten sei. Dass sie uns dabei nicht begleiteten braucht wohl nicht extra erwähnt werden, auch nicht, dass wir uns in diesem kack Wald natürlich völlig verfranzt haben, wer hätte es nicht kommen sehen.

Dass der Anstoß immer näher rückte und hinter jeder Weggabelung ein Haufen motivierter Essener lauern konnte, oder zu mindestens ein Essener mit Handyempfang, machte die Situation nicht gerade angenehmer. Doch auch wenn wir uns in dieser Situation nicht gerade für gerissene Hunde hielten, so müssen wir den schwarzen Peter an diesem Tag doch eindeutig den Essenern zuschieben. Wer an so einem Spieltagsgeschenk nicht wenigstens mit ein paar Jungs in seiner Stadt einen Waldspaziergang wagt, dem ist nicht mehr zu helfen, auch wenn natürlich niemand mit so einer Slapstickeinlage rechnen kann. Dennoch wären da die Chancen höher gewesen, was zu reißen, als wenn man sich einfach nur in den Heimblock stellt und den neusten Hit aus dem Hause Dortmund zum Besten gibt. Aber anscheinend ist der Durchschnittsessener nicht in seinem Element, wenn er nicht nachts in einem leeren Stadion zuschlagen kann.

Letztlich haben wir mit viel Glück und etwa 5 Minuten vor Anpfiff den Eingang des Gästeblocks erreicht. Der, wie sich auf dem Rückweg raustellen sollte, auf dem kürzesten Weg natürlich keine 30 Sekunden von unserem Bus entfernt war.

Pünktlich zum Anpfiff enterten wir endlich den Gästeblock, den wir schnellstmöglich beflaggten und nahmen per Kaltstart den Support unserer Jungs auf. Die erste Viertelstunde mussten wir diesen alleine organisieren, da die Karlsbande, etwa kurz nach sieben am Uhlenkrug eingetroffen, noch im Wald steckte. Die Polizeiverwirrung hatte also Methode.

Dennoch konnten wir in dieser Phase eine recht ordentliche Lautstärke erreichen, auch weil viele der anwesenden Alemannen in die Lieder einstimmten, anstatt sie zu übersingen. Und das obwohl wir in 15 Minuten gerademal zwei Lieder sangen. Erst in der zweiten Halbzeit ließ diese Mitmachqoute nach und es wurden des Öfteren Lieder gegen die Ultragesänge angestimmt.

Insgesamt war es aber ein sehr ordentlicher Auftritt des Gästeanhangs, vor allem in Anbetracht des Dauerregens. Eine gute Liedauswahl und eine akzeptable Mitmachquote ergaben eine für die Verhältnisse angemessene Lautstärke, ähnlich wie bei den bisherigen Auftritten unter der Woche. Mittlerweile sind wir also als Ultraszene in der Lage, bei jeglichen Bedingungen mindestens eine akzeptable Leistung abzuliefern, es könnte schlechtere Zukunftsaussichten geben.    

Das Bild, das der Gästeblock über die 90 Minuten hergab, wurde etwas durch den Dauerregen getrübt, war aber zu keinem Zeitpunkt schlecht und spätestens nachdem die Sonne rauskam, konnten zu mindestens wir wieder das gewohnte Bild abgeben.

Auf der Gegenseite fehlte diesmal die Snaretruppe von letzter Saison, dafür machten sich diesmal besagte Essener dort breit, die aber vergeblich um Aufmerksamkeit rangen. Zu ihrem Leidwesen fehlte einfach der klassische Eventpöbler bei uns im Block, sodass sie regelrecht dankbar waren, als endlich eine Handvoll Normalos etwas in ihre Richtung anstimmte.   

Die Mannschaft spielte endlich mal wieder Fußball und konnte zum zweiten Mal in Folge eine Führung über die Ziellinie retten. Diesmal brauchten sie hierfür allerdings noch einen zweiten Treffer. Damit können wir auch rechnerisch nicht mehr absteigen und somit die letzten drei Spiele ganz entspannt angehen. Das erste davon führt uns am Samstag in einer Woche nach Verl, wo uns voraussichtlich sehr fanfreundliche Bedingungen erwarten werden.

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