22. Spieltag: Alemannia Aachen – SC Wiedenbrück 3:1

Samstag, 25.02.2017 14:00 Uhr – Tivoli
Zuschauer: 4.800; Gäste: 0

Nach der Absage unseres ersten Pflichtspiels in diesem Jahr in Sprockhövel, ging es nach quälend langer Winterpause nun gegen Wiedenbrück endlich wieder los. Als offiziellen Grund für die Absage wurden die schlechten Platzverhältnisse im Ausweichstadion Hagen angegeben. Wodurch diese verursacht wurden ist angesichts der Wetterverhältnisse, die vor dem Spiel in Hagen herrschten, unklar. Vor dem Spiel machte zudem die Meldung die Runde, alle Fahnen seien für das Spiel erlaubt. Diese Meldung resultierte aus einem peinlichen Fehler und hatte ihren Ursprung bei der Hagener Polizei, die die Empfehlung ausgab, keine Fahnen zu verbieten. Eine offizielle Stellungnahme des Vereins Sprockhövel hatte es nie gegeben. Ob diese Ereignisse alle miteinander zusammenhängen, ist natürlich schwer einzuschätzen, es würde aber wohl nur die wenigsten wundern.

Trotz Karneval und der sportlich eher unattraktiven Situation, pilgerten immerhin wieder einmal 4800 Alemannen zum Tivoli. Auch wenn diese Anzahl an Zuschauern in dem überdimensionierten Tivoli eher verschwindet, ist sie für einen Regionalligisten, der mit dem Aufstieg nichts mehr zu tun hat, immer noch sehr beachtlich. Positiv war auch, dass sich der Großteil der Zuschauer auf S3 konzentrierte, sodass dieser Bereich, insbesondere der Stimmungsblock, sehr gut gefüllt war. So sollte es eigentlich immer sein, denn ein Verteilen auf der großen Tribüne nutzt niemandem.

Der Verein nutzte das Spiel, um im Business-Bereich mittels Flyern für seine neue Mitgliederkampagne „Meine Herzensangelegenheit“ zu werben, bei der es zum einen darum geht, neue Mitglieder zu akquirieren und zum anderen, eine 1900 € teure lebenslange Mitgliedschaft an den Alemannen zu bringen. Das offizielle Ziel des Ganzen ist es, wieder Vertrauen in der Region zu schaffen und dem e.V. etwas zusätzliches Geld einzubringen, für das sich Schatzmeister Horst Reimig auch schon artig bedankte. Für das Vertrauen wurde auch schon auf wundersame Art und Weise der ehemalige Hauptsponsor DocMorris aus dem Hut gezaubert, der sich ganz generös mit dem ausschließlichen Werben auf den Trikots zufrieden gab. Das Ganze steht natürlich nicht im Zusammenhang mit den Forderungen der interessierten Investorengruppe und das Geld wird natürlich auch in Zukunft Horst Reimig zur Verfügung stehen und nicht an die klamme GmbH überwiesen.

Das Spiel begann die Aachener Fanszene erneut mit dem Protest gegen das von unserem lieben Geschäftsführer auferlegten kollektivem Fahnenverbot, indem wir erneut in den ersten 19 Minuten schwiegen. Dabei klappten alle Fanclubs ihre Fahnen ein. Verstärkt wurde der Protest durch ein großes „Gegen Kollektivstrafen“ Banner vorne am Zaun und zahlreicher kleiner Fahnen verschiedener Fanclubs mit dem selben Wortlaut. Die beeindruckende Geschlossenheit dieser Aktion zeigte einmal mehr, dass sich die Aachener Fanszene durch solche hinterhältige Aktionen wie dem kollektiven Fahnenverbot nicht spalten lässt.

Die Jungs auf dem Rasen lieferten eine überzeugende Leistung ab, bis kurz vor Schluss sah es allerdings so aus, als ob sie hierfür nicht belohnt werden sollten. So ging Wiedenbrück kurz nach der Halbzeitpause etwas überraschend mit 1:0 in Führung. Kühne glich zwar nach acht Minuten wieder aus, doch es dauerte bis zur 88. Minute bis Fejzullahu alle Alemannen mit einem Traumtor erlöste und Aachen auf die hochverdiente Siegerstraße brachte. In der Nachspielzeit legte er dann sogar mit einem weiteren Traumtor noch einen drauf.

Die Stimmung war nach den 19 Minuten des Schweigens überwiegend stark. Vor allem Mitmachqoute und Lautstärke wussten sehr zu überzeugen und das diesmal sogar gänzlich ohne melodische Lieder. Zudem stieg der obere Teil der Tribüne immer wieder in die Gesänge mit ein, sodass des Öfteren eine brachiale Lautstärke erzielt werden konnte. Auch der Fahneneinsatz war wie gewohnt sehr überzeugend. In Halbzeit 2 setzten wir einen neuen Vorsänger ein, den wir in Zukunft fest installieren wollen, um für unsere Gruppe eine weitere Alternative in der Hand zu haben. Sein Debut startete mit dem frühen Gegentor denkbar ungünstig, doch anders als in den meisten Spielen zuvor ließ sich die Tribüne hierdurch nicht beeindrucken und pushte die Mannschaft weiter nach vorne. Die späten Tore für unseren Verein brachten den Block dann endgültig zum ausrasten.

Nächste Woche Freitag geht es mit dem Auswärtsspiel gegen unsere ehemalige Bundeshauptstadt bereits weiter. Ob Bonn bei dem lächerlichen Spiel vom Timo mitmacht ist auch hier noch nicht ganz klar, bleibt nur mal wieder abwarten.

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