FVM-Pokal Halbfinale: Bonner SC – Alemannia Aachen

Nach den Kracherspielen gegen Wegberg, Hennef und Freialdenhoven begann gegen den Bonner SC endlich die interessantere Phase dieses nervigen Pokals, an dem das einzig gute die mögliche Teilnahme am DFB-Pokals ist. Dafür muss man das Ding allerdings auch gewinnen und genau das scheint irgendwie nicht unsere Stärke zu sein. Denn nach einem Regionalligisten (damals waren wir noch Drittligist) und einem Bezirksligisten, erwies sich nun ein MIttelrheinligist als zu hohe Hürde. Da wir diesmal aber wenigstens als Gast auftreten durften, bleiben wenigstens die Ereignisse ums Spiel herum in positiver Erinnerung. Heimspiele gegen Dorfvereine vor trauriger Kulisse sind dagegen selten ein Highlight.

Wir traten mit insgesamt gut 150 Aachenern die Reise in die ehemalige Bundeshauptstadt mit dem Zug an und erreichten den Hauptbahnhof von Bonn nach einer ereignislosen Fahrt recht pünktlich. Die restlichen Kilometer bis zum Stadion legten wir dann mit der Straßenbahn zurück, dachten wir zu mindestens. Doch die äußerst ortskundigen Beamten ließen uns einige Haltestellen zu früh raus und so mussten wir die restlichen Kilometer zu Fuß zurücklegen. Diejenigen unter uns, die das Finale vor knapp zwei Jahren nicht miterlebten, wunderten sich wahrscheinlich, warum wir dafür durch Vorgärten stolpern mussten, der Rest war damit beschäftigt, seine Schuhe sauber zu halten.

Im Stadion angekommen, positionierten sich die aktiven Gruppen aufgrund des überschaubar gefüllten Blocks mit den Zaunfahnen auf Höhe der Wellenbrecher. Das zog das ganze zwar etwas in die Länge, bot dafür die aber die Möglichkeit eines durchgehenden Einsatz des Tifo-Materials, die unsere Gruppe auch zu nutzen wusste. Die Stimmung war in unserem Bereich recht ordentlich, wir konnten immer wieder eine gute Lautstärke erreichen, die Lieder angemessen ausreizen und hatten auch eine gute Bewegung im Block. Leider gelang es jedoch eher selten den gesamten Block mitzunehmen, sodass in Sachen Lautstärke wohl mehr drin gewesen wäre. Völlig unverständlich ist, warum die Freunde des spielbezogenen Supports (was auch immer das im Detail ist) gerade in der Phase, in der die Mannschaft die Unterstützung von den Rängen am meisten benötigt hätte, den Mund gar nicht mehr aufbekamen. Anstatt zu versuchen den Ball ins Tor zu brüllen, wurde lieber die letzten fünf Minuten ganz geschwiegen. Was auch immer spielbezogener Support ist, das ist es nicht.

Das Spiel selber gestaltete sich zu Beginn eigentlich so wie erwartet, auch wenn der Führungstreffer etwas unerwartet kam. Anschließend hatte die Mannschaft in der ersten Halbzeit alles im Griff und es roch nach einem recht einfachen Pokalsieg. Leider dachte das unsere Truppe wohl auch und so gab sie das Spiel spätestens nach dem Ausgleichstreffer aus der Hand. Der Außenseiter roch seine große Chance und wusste sie leider nach ein paar ausgelassenen Möglichkeiten dann auch zu nutzen. Anschließend ging dann auf Aachener Seite leider nicht mehr wirklich viel. Trotz ein, zwei guter Chancen fehlte einfach der Druck, um den Außenseiter noch wirklich in Gefahr zu bringen. Das Ganze ist zwar sehr ärgerlich und angesichts des Spielverlaufs auch ziemlich unnötig, jetzt aber die ganze Saison in Frage zu stellen, wäre noch unnötiger. Klar, die Teilnahme am DFB-Pokal hätte unserem Verein nochmal einen guten Schub gegeben und Niederlagen gegen unterklassige Gegner riechen immer ein bisschen nach falscher Einstellung, aber unsere Mannschaft hat bisher eine so großartige Saison gespielt und die an sie gestellten Erwartungen so weit übertroffen, dass man ihr einen Ausrutscher verzeihen kann. Deswegen sind die nach dem Spiel erfolgten Beleidigungen der Spieler, zumal von Personen die vorher damit beschäftigt waren, besoffen in der Ecke zu liegen, auch mehr als peinlich und deplatziert.

Die Rückreise verlief ähnlich problemlos wie die Hinreise und so konnten wir in unserem eigenen Abteil die Enttäuschung über das Ausscheiden mit einigen Liedern wegsingen und für uns als Gruppe ein recht positives Fazit ziehen. Denn es gibt einfach nichts geileres, als mit seinen Freunden Auswärts zu fahren. Nächste Woche dann nach Kray.

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