FVM-Pokal 2. Runde: Alemannia Aachen – SC Fortuna Köln 0:1

Mittwoch, 23.11.2016 19:00 Uhr – Tivoli
Zuschauer: 2.800; Gäste: ca. 200

Die zweite Runde des FVM-Pokals war für die Aachener Fanszene zudem die zweite Runde des Protests gegen das Fahnenverbot bei Auswärtsspielen, das von der eigenen Vereinsführung aufgestellt wurde. Mit Fortuna Köln erwischten wir zweifelsfrei den schwersten Gegner im Lostopf, was den Vorteil hatte, dass wir den Drittligisten im Gegensatz zu einem möglichen Finale zu Hause empfangen konnten. Zudem blieben uns im Falle des Scheiterns so die unnötigen Spiele gegen die ganzen Dorfclubs erspart. Die Wahrscheinlichkeit eines Weiterkommens und gar den Gewinn des Pokals schätzten die meisten Alemannen allerdings wohl nicht als allzu hoch ein. Denn trotz der im Vergleich zu Ligaspielen deutlich höheren Qualität auf dem Platz und der wohl einzig verbliebenen Möglichkeit auf eine erfolgreiche Saison, kamen gerade einmal 2.800 Zuschauer. Die Kartenpreise dürften allerdings wieder einmal keine geringe Rolle gespielt haben.

Im Rahmen des Protests der Aachener Fanszene sollte diesmal erneut 19:00 Minuten lang auf Fahnen und Support verzichtet werden. Als Steigerung wurde das Freilassen der unteren Ränge vorgesehen und ab Minute 19:00 sollten zudem die Fahnen diesmal falschrum aufgehängt werden.

Wie schon beim Spiel gegen die Zweitvertretung vom FC Köln wurden die Aktionen erneut sehr geschlossen durchgezogen. Alle Fahnen am Zaun waren eingeklappt und hingen ab Minute 19:00 größtenteils auf dem Kopf. Fangesänge waren diesmal sogar in den gesamten 19:00 Minuten nicht zu hören. Und auch das Hoch- und Runtergehen klappte wie am Schnürchen. Alles in allem konnte die Aachener Fanszene also erneut ein starkes Zeichen setzen, bei dem auch dem letzten klar geworden sein sollte, dass wir keinen Keil zwischen uns treiben lassen!

Mit der Stimmung nach den 19:00 Minuten konnte leider kein starkes Zeichen gesetzt werden. Die Mitmachqoute und auch die Motivation des Stimmungsblocks waren sehr mager und auch der Rest der Tribüne wähnte sich wohl noch in den ersten 19 Minuten. Und so konnte die gesamte Tribüne stimmungstechnisch keine Highlights setzen und nur eine durchschnittliche Leistung abrufen. Lediglich der Fahneneinsatz war wieder einmal sehr stark. Die Liedauswahl dürfte ebenfalls  keinen vom Hocker gerissen haben und so blieben die 71 Minuten nach dem Protest wohl nur den wenigsten in Erinnerung. Höchsten vielleicht den Kölnern im Gästeblock, die versucht haben eine 14 Meter Fortuna Köln Fahne über ein 7 Meter Mundloch zu hängen. Andererseits, wer den Wiederanpfiff lieber an der Bierbude erlebt, den dürfte auch nicht interessiert haben, dass es bei dem Versuch geblieben ist. Der fahnentechnische Unfall verdeckte zudem einen Teil der dahinter aufgehängten Botschaft „Kein Fußball den Faschisten“, sodass sich die Kölner Fanszene ungewollt gegen den Fußball positionierte, indem sie dem Rest des Stadions nur das “Kein Fußball” präsentierte. Aber Hauptsache es hängt, wa….. ?

Das Spiel kann ganz einfach mit der ligaunabhängigen  Phrase „So ist Fußball“ beschrieben werden. Auf der einen Seite rutscht ein direkter Freistoß an den Händen des Keepers vorbei ins Tor und auf der anderen Seite knallt er eben gegen die Latte. Drumherum sahen die 2.800 Zuschauer eine recht ausgeglichene Partie, die keinen verdienten Sieger gehabt hätte. Gegen einen höherklassigen Gegner ist das auf jeden Fall ein Kompliment für unsere Jungs, auch wenn wir uns dafür nichts kaufen können.

Die Kölner Fanszene rund um die Eagles hatte durch unseren Protest in den ersten 19 Minuten die Chance, uns ihr ganzes Können zu offenbaren. Doch schon vereinzelte Gespräche auf dem Südwall übertönten jegliche Gesänge aus dem Gästeblock und so versagten sie ebenso grandios wie beim Fahne aufhängen. Lediglich ihre wiederholende Feststellung, dass sie immer noch da sind, erreichte unsere Ohren.

Nach dem zweiten Protesttag sahen sich der Aufsichtsrat der Kapitalgesellschaft und Präsidium und Verwaltungsrat des Vereins dazu gezwungen, sich hinter ihren Geschäftsführern zu stellen. Hierin beschuldigen sie nicht mehr nur die Ultras, den Verein zu schädigen, sondern die gesamte aktive Fanszene. Der Geschäftsführer ist als solcher schon länger nicht mehr tragbar und wenn sich die Führung von Verein und Kapitalgesellschafft  weiter hinter diesen Mann stellen, sind sie es eben auch nicht mehr. Denn der Volksmund hat ja schon lange festgestellt: Der Fisch stinkt vom Kopf her! Immerhin haben sie im Gegensatz zu ihrem Geschäftsführer verstanden, dass ein kollektives Verbot eben eine Kollektivstrafe ist. Aber von jemandem, der seine Argumente von einem Zettel vorliest, kann man wohl auch nicht erwarten, dass er was im Kopf hat.

Anstatt also einen Verband zu hinterfragen, der die Existenz eines ganzen Vereins wegen Aktionen Einzelner gefährdet, dessen Strafen schon lange in keinem Verhältnis mehr zur Tat stehen, behandelt man lieber Diejenigen, ohne die dieser Verein längst nicht mehr existieren würde, wie Dreck. Und da der Verband ohnehin nicht zwischen einem oder mehreren Bengalos, Feuerzeugen oder Bierbechern unterscheidet, verlangen Verband und Verein somit von der Aachener Fanszene nichts geringeres als die Lösung aller gesellschaftlicher Probleme. Das wäre wohl nur möglich, wenn man alle Aachener Fans aus dem Tivoli schmeißt. Zugegeben, die Vereinsführung ist gerade auf dem besten Wege dahin. Und da der Fußball keine Probleme lösen kann, die Bürgermeister, Ministerpräsidenten und Bundeskanzler nie gelöst haben, werden immer weiter Sanktionen wie Stehplatzverbote oder höhere Eintrittspreise verlangt, bis wir englische Verhältnisse haben und ein Fan schon fürs Stehen oder Rauchen rausgeschmissen wird (Arsenal London). Wir stehen jetzt vor der Wahl, ob wir zusehen wollen wie sich der Fußball selber abschafft oder ob wir uns dagegen wehren wollen. Gegen Siegen wird die Aachener Fanszene dies erneut gemeinsam versuchen!

Gemeinsam für Aachen!

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